Empfängerakku

Der "kleine" Akku

In praktisch jedem F5B-Modell ist ein Empfängerakku untergebracht. Aufgrund der Einschränkungen was Platz/Größe und Gewicht angeht, reduziert sich jedoch die Auswahl der in Frage kommenden Akkus stark. Gleichzeitig ist die Belastung, die auf dem Empfängerakku bei einem 4 Klappenflügel + Höhenruderservo lastet, hoch. Neben der Anzahl der Servos hängt der vom Empfängerakku geforderte Strom auch noch vom Servotyp, Fluggeschwindigkeit und Ausschlag (Butterfly, Snapflap, Querruder etc.) ab. Als Anhaltspunkt kann ein Strom zwischen 1,5 und 2 Ampere in der Wende bei einem 4-Klappenflügel mit Snap-Flap angenommen werden. Dies zeigen auch die Messungen unten. Der kurze Peak beim Anlauf der Servos kann noch deutlich darüber liegen.

Ein kurzes Wort zu BEC

Eigentlich wäre BEC die beste Lösung was Gewicht und Platz angeht. Jedoch ist BEC in Reglern der F5B-Leistungsklasse meißt nicht verfügbar. Außerdem kann bei BEC keine galvanische Trennung zwischen Regler und Empfänger über einen Optokoppler erfolgen, was zumindest bei 35 MHz Empfangssystemen störungstechnisch sehr kritisch ist. Außerdem erhöht ein gepflegter Empfängerakku die Sicherheit bei einem Ausfall des Reglers. Aktuell ist mir kein F5B-Wettbewerbpilot bekannt, der mit BEC fliegt.

NiMH

Der Vorteil bei einem 4 bzw. 5-zelligen NiMH Akku liegt darin, dass die Spannung zu den aktuellen Empfängern und Servos passt. Der Nachteil ist, dass Akkus mit geringen Kapazitäten (kleiner 500 mAh) bei 2 Ampere an der absoluten Obergrenze der Leistungsfähigkeit sind, wie das folgende Diagramm zeigt. Die Spannung bricht hier in den Wenden auf ca. 3,5 Volt ein. Bei dieser geringen Spannung wird es langsam kritisch, dass der Empfänger noch korrekt arbeitet. Ein 5-zelliger Akku wäre dringend zu empfehlen.

Log NiMH Empfängerakku

Die Messung erfolgte mit dem Unilog Empfängerstromsensor im Flug. 4-Klappenflügel mit 4 x Volz Wingmaxx + 1 x schnelles Höhenruderservo. Die Stomspitzen entstanden durch Wenden mit Snap-Flap im Streckenflug. Empfängerakku war ein ca. 10 Monate alter, 4-zelliger GP 330 mAh NiMH Akku. Der Akku wurde unmittelbar vor dem Flug geladen. Gewicht Akku mit Schalter ca. 30 Gramm.

GP330 Empfängerakku

LiPo

Der Vorteil von LiPo-Empfängerakkus liegt darin, dass sie bei gleichem Gewicht und Größe deutlich leistungsfähiger sind als die NiMH´s. Leider erkauft man sich diesen Vorteil mit dem Nachteil dass Festspannungsregler oder Dioden notwendig sind. Diese reduzieren die Spannung eines 2s Packs auf ein Maß, das für den Empfänger und die Servos verträglich ist.

Log LiPo Empfängerakku

Die Messung erfolgte mit dem Unilog Empfängerstromsensor im Flug. Das Modell war das gleiche wie in der Messung oben. Die Stromspitzen sind wiederum Wenden im Streckenflug. Empfängerakku war ein ca. 2 Monate alter, 2-zelliger 200 mAh LiPo Akku mit 3 in Reihe geschaltenen 5A Dioden (BY550-50). Gewicht (Akku, Dioden, Schalter) ca. 21 Gramm. Aufgrund der Dioden-Kennlinie ist der Unterschied zwischen Leerlaufspannung und Spannung unter Last relativ hoch. Wer sich genauer für die "Dioden-Lösung" interessiert kann die Details auf der sehr interessanten F5F-Seite von Franz-Josef nachlesen.

LiPo 200mAh Empfängerakku

Ausblick

Mittelfristig werden sich 2s LiPo Packs als Empfängerakku durchsetzen. Die nächste Generation von Empfängern und Servos werden bereits für 2S LiPo´s ausgelegt. Damit fällt der größte Nachteil der LiPo´s, die notwendige Verringerung der Spannung, weg. Es werden dann keine Festspannungsregler / Dioden mehr für die Regulierung der Spannung benötigt.